„Jeder Journalist überall auf der Welt muss das Recht haben, frei und ohne Angst berichten zu können.“ Mit dieser Botschaft weist der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger e.V. (BDZV e.V.) auf den Internationalen Tag der Pressefreiheit hin. Heute soll der im Kampf für die Pressefreiheit gebrachten Opfer gedacht werden. Die Bedrohungen von Journalistinnen und Journalisten im Netz und in der realen Welt nehmen zu. Im Jahr 2021 wurden weltweit 44 Medienvertreter getötet und fast 500 sind inhaftiert. Diese Zahlen zeigen, wie gewaltig diese Problematik ist. Außerdem gilt es Druck auf die Staaten auszuüben, die das Grundrecht der Pressefreiheit weiterhin beschneiden.
Presse- und Medienfreiheit sowie Medienvielfalt sind grundlegend für das Gelingen unserer Demokratie und für den Erhalt von Frieden und Freiheit. Menschen müssen sich aus verschiedenen, unabhängigen Medien informieren können. Sie müssen die Möglichkeit haben, sich eine differenzierte Meinung zu bilden und Zusammenhänge und Hintergründe zu verstehen, um so Gesellschaft aktiv zu gestalten. Nur so können Diskurs und demokratischer Zusammenhalt gelingen. Einschränkungen der Pressefreiheit erschweren/verhindern Demokratie. Eines ihrer Merkmale ist es, andere Meinungen, sofern sie nicht unserem Grundgesetz oder dem Völkerrecht widersprechen, zuzulassen und auszuhalten. Diktaturen stützen ihr System unter anderem durch die Einschränkung von Informationsquellen. Die Bezeichnung des russischen Angriffs auf die Ukraine als Krieg wurde in Russland unter Strafe gestellt. Besonders schrecklich ist, dass auch darüber, dass täglich auf beiden Seiten Menschen ihr Leben verlieren, nur eingeschränkt berichtet werden darf. Dieses Beispiel zeigt wie aktuell Einschränkungen der Pressefreiheit sind und wie restriktiv Meinungsbildung eingeschränkt wird.
Auch die Tendenz von sozialen Netzwerken, uns durch Algorithmen immer stärker Informationen zuzuspielen, die eine bereits bestehende Meinung bestätigen, sind eine Gefahr. Sie schränken die vielfältige Medienlandschaft und die Pressefreiheit auf einen personalisierten Ausschnitt ein.